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    Lehrstuhl für Indologie

    Edition der Briefe Otto von Böhtlingks

    Im Nachlass Rudolf von Roths (1821–1895), einem der führenden Sanskritisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sind eine große Anzahl an Briefen erhalten, die er von Kollegen und Schülern erhielt. Dabei sind von besonderem Interesse die Briefe von Albrecht Weber und Otto von Böhtlingk, von den Kollegen also, mit denen zusammen er eine Zeit lang den Ton in der deutschsprachige Indologie angab.

    Das Konvolut der Briefe von Otto von Böhtlingk fällt durch seinen Umfang aus dem Rahmen. Es enthält 475 Briefe, mit 871 gezählten Blättern, die Böhtlingk an Roth zwischen 1852 und 1885 aus St. Petersburg und aus Jena schrieb. Der erste Brief ist vom 1./13. Januar 1852. In ihm wird die Zusammenarbeit am 'Sanskrit–Deutschen Wörterbuch' begründet, die mehr als 20 Jahre dauern sollte. Beinahe wöchentlich gingen in den Fünfziger und Sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts, während der hohen Zeit des Wörterbuchs, die Briefe zwischen St. Petersburg und Tübingen hin und her. Das Wörterbuch erschien mit seinem 1. Faszikel im Jahr 1855, der letzte Faszikel kam 1875 heraus.
    In den Briefen ist das überragende Thema eben dieses Wörterbuch. Es werden neben Fragen zur Arbeitsaufteilung, Gestaltung, Abgrenzung, ja auch zum Honorar und weiteren wissenschafts- und organisationsgeschichtlich interessanten Details überwiegend lexikalische und philologische Fragen zum Inhalt erörtert. Böhtlingk diskutiert darin mit Roth über einzelne Einträge und sucht nach der passendsten deutschen Entsprechung für ein Wort. Selbstkritisch werden einzelne Entscheidungen überprüft und daraus resultierende Überlegungen für Änderungen mitgeteilt.
    So muss man sich beispielsweise entscheiden, wie die Verbalwurzeln, die Wörter mit Präfixen u.ä. angesetzt werden sollen. Früh schon fällt die Entscheidung, dass man in den Faszikeln keine Nachträge aus neu gesichtetem Material, sondern nur Korrekturen bringen wolle und im Anschluss ein Nachtragsband erscheinen solle.
    Die Herausgabe der Briefe ist im Hinblick auf die Tatsache, dass Quellen mit solch' minutiösen Details eines großen und noch heute bedeutungsvollen Projekts kaum vorliegen, äußerst wünschenswert. Überwiegend, aber nicht ausschließlich für Sanskritisten werden diese Briefe von großem Interesse sein. Auch für Wissenschafts- und Sozialhistoriker, die wissenschaftliche Netzwerke oder auch das häusliche Umfeld von Wissenschaftlern des 19. Jahrhunderts u.ä. untersuchen, stellen diese Quellen reichlichhaltiges Material bereit.

    Dieses Projekt, gefördert von der Glasenapp-Stiftung, ist eine Kooperation des Lehrstuhls für Indologie, Würzburg, mit dem Seminar für Indologie und Vergleichende Religionswissenschaft (Abteilung Indologie), Tübingen, und Dr. Gabriele Zeller, Fachreferentin des Sondersammelgebiet Indologie / Südasien an der Universitätsbibliothek Tübingen.

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