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    Department of Cultural Studies of East- and South-Asia

    Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz (GSiK)

    Interkulturelle Kompetenz

    Das Projekt "Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz" ist ein Gemeinschaftsvorhaben mehrerer Fakultäten an der Universität Würzburg und wird aus Studiengebühren finanziert. Ziel des Projektes ist es, ein differenziertes und wissenschaftlich fundiertes Lehrangebot zum Erwerb interkultureller Kompetenz zu schaffen. Eine solche Fähigkeit ist im späteren Berufsleben für Studierende aller Fächer angesichts der kulturellen Pluralisierung unserer Lebenswelt von zunehmender Bedeutung.

    Was bedeutet interkulturelle Kompetenz und wie kann sie vermittelt werden? Unter interkultureller Kompetenz versteht man gemeinhin die Fähigkeit, in Interaktionen mit Angehörigen anderer Kulturen eventuell auftretende Missverständnisse und Konflikte wahrzunehmen, zu analysieren und sie letztendlich gar nicht erst aufkommen zu lassen. Der wichtigste Schritt zur Erlangung von interkultureller Kompetenz besteht zunächst in der Reflexion über das Orientierungs- und Wertesystem der eigenen Kultur. Wie sind die Deutschen, wie nehmen sie sich selbst wahr und wie werden sie von Fremden erlebt? In einem zweiten Schritt wird Wissen über die andere Kultur erworben und es erfolgt eine Sensibilisierung für das kulturell Andere. Die dritte wichtige Voraussetzung besteht darin, die Existenz verschiedener kultureller Orientierungssysteme zu akzeptieren und zu lernen mit den Unterschieden umzugehen.

    Indien-Kompetenz

    Die wachsende Rolle Indiens in der globalisierten Welt erfordert auch in Deutschland zunehmend Personen, die über „Indien-Kompetenz“ verfügen. In der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, im Kultur-Management, in der Öffentlichkeitsarbeit werden Mitarbeiter gesucht, die zusätzlich zu ihrer fachlichen Kompetenz über die Schlüsselqualifikation interkulturelle Kompetenz verfügen. 

    Was erwartet deutsche Mitarbeiter in Indien und was wird von ihnen erwartet? Wie ist man höflich in Indien? Was wird als unhöflich empfunden? Welche Fettnäpfchen kann man wie vermeiden? Welche Rolle spielt Religion in Indien? Was an Indien erscheint uns fremd, faszinierend oder aber auch verstörend und warum ist das so? Lebenskonzepte, Gewohnheiten, Denk- und Handlungsmuster der indischen Kultur geben Aufschluss über diese und andere Fragen. 

    Ein besonderes Augenmerk bei der Vermittlung von interkultureller Kompetenz wird auf die unterschiedlichen Kommunikationsstile in Indien und Deutschland gerichtet. Verbale und nonverbale Kommunikation folgt kulturellen Regeln und gründet auf bestimmten gesellschaftlichen Voraussetzungen. Die unterschiedliche Art und Weise, Gespräche zu strukturieren, führt daher immer wieder zu Missverständnissen. Die hohe Kunst der indirekten Kommunikation mit all ihren Facetten kann als eines der zentralen Merkmale der „Indien-Kompetenz“ angesehen werden.

    Globalisierung und Interkulturalität

    Globalisierung führt nicht nur vermehrt zu interkultureller Zusammenarbeit, sondern auch in verstärktem Maße zu Migration. Transkulturelle Identität, Hybridität und Kreolisierung sind Begriffe und Konzepte, mit denen die durch Migration hervorgerufene Situation transnationaler Verflechtungen beschrieben und analysiert wird. Der Kulturbegriff hat sich verändert. Kultur kann nicht mehr gesehen werden als etwas durch Raum, Sprache oder ethnische Zugehörigkeit abgegrenztes Ganzes. Dem einheitlichen Kulturkonzept steht die kulturelle Praxis gegenüber, die gekennzeichnet ist durch vielschichtige geographische, soziale und politische Verflechtungen. Anhand der weltweiten indischen Diaspora lassen sich die wichtigsten Konzepte und Fragestellungen der Diaspora-Forschung erörtern.

    Die Situation der indischen Diaspora in Deutschland unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der Situation in Großbritannien und in den USA. Die Auseinandersetzung mit der Literatur zu diesem Thema dient der Vorbereitung mehrerer Exkursionen zu religiösen Zentren der indischen Diaspora in Deutschland. Ihr Ziel ist die Bewusstmachung transkultureller Identitäten, wie sie durch Migration hervorgerufen werden. Die gesellschaftliche Relevanz des Themas spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass an der School of Oriental and African Studies der University of London inzwischen ein MA-Studiengang „Migration and Diaspora Studies“ eingerichtet wurde.

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